Energieberatung - Bauphysik - Konstruktionsplanung
 

Wärme

 

Wärmeenergie muss in den Wohnraum nur in dem Mass nachgeliefert werden, wie sie durch die Gebäudehülle abfliesst.  Dadurch kann die Temperatur gleichmässig hoch bleiben. Die Menschen im Raum liefern bereits einen Teil dieser Wärme, einfallendes Sonnenlicht wird an dunklen Flächen ebenfalls in Wärme verwandelt. Daher ermöglicht ein hochwertiger winterlicher Wärmeschutz durch Wärmedämmung, dass erst bei Aussentemperaturen, die weit unter der gewünschten Raumluft-Temperatur liegen, Wärme (Nutzenergie) durch die Heizung geliefert werden muss (Heizwärmebedarf).

Der sommerliche Wärmeschutz bewirkt, dass sich die Räume nicht übermässig aufheizen, wenn tagsüber Sonnenenergie unmittelbar als Licht durch Fenster einfällt und mittelbar Wärme über opake (= nicht transparente) Flächen anliefert – besonders dann, wenn diese keine ausreichende Wärmedämmung aufweisen. Da in Mitteleuropa auch im Sommer nachts die Behaglichkeits-temperaturen aussen nicht überschritten werden, besteht die Möglichkeit, durch ausreichende Wärmespeicherfähigkeit der Bauteile die Aufheizung zeitlich zu verzögern und die "aufgeladene" Speichermasse in der Nacht wieder abzukühlen.

Bei grossem Glasanteil in der Fassade ist trotzdem häufig ein Sonnenschutz gegen die übermässige Einstrahlung erforderlich. Damit kann die technische Kühlung, die hohen Energieeinsatz erfordert, in den meisten Fällen eingespart werden.

Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Energiebilanz durch bauliche Massnahmen sind:

  • Wärmedämmung, die – zur Vermeidung von Tauwasserschäden – bauphysikalisch richtig ausgebildet werden muss
  • Fassadengestaltung in Abhängigkeit von der Ausrichtung
  • Ausreichend luftdichte Ausbildung der Aussenbauteile (siehe dazu: ">Luft")
  • Kompakte Bauweise und Vermeidung von Wärmebrücken
  • Ausreichende Schutzmassnahmen gegen Durchfeuchtung der Aussenbauteile

Der Heizwärmebedarf wird durch die baulichen Massnahmen und den Standort so wie die Nutzung bestimmt. Aber nicht alle "Endenergie", die für die Heizung aufgebracht wird, kommt auch als Nutzenergie im Raum an. Eine effiziente Beheizung der Gebäude erfordert eine Wärmeerzeugung mit geringen Verlusten (Heizkessel), ein gut gedämmtes kurzes Rohrnetz mit optimierten hydraulischen Werten (hydraulischer Abgleich) und hocheffizienten geregelten Pumpen. Weiterhin muss die Regelung so sensibel und gut justiert sein, dass sie die gewünschte Temperatur auch hält, wenn sich kurzfristig Energiezuflüsse (Sonneneinstrahlung...) oder Abflüsse (Lüftung...) ändern. In Zeiten ohne Nutzung oder geringerer Ansprüche soll weiterhin eine wirksame Absenkung der Raumtemperatur (Nachtabsenkung, Abwesenheitsabsenkung) bei geringst möglichem Pumpenstrom-Verbrauch möglich sein. Aus ganzheitlicher Sicht gehört auch der bevorzugte Einsatz erneuerbarer Energieträger in der Energiebilanz berücksichtigt (Primärenergie).

Die Bereitstellung von Heizwärme stellt bei Wohngebäuden meist den grössten Posten des Energiebedarfs und der unmittelbaren CO2-Emission. Daher sind Massnahmen

  • zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs (vorwiegend die genannten bauliche Massnahmen)
  • zur Steigerung der Effizienz bei der Bereitstellung (vorwiegend Anlagen-Technik)
  • zum Einsatz erneuerbarer Energieträger
geeignet für wesentliche Umweltentlastungen.


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