Energieberatung - Bauphysik - Konstruktionsplanung

 

Licht

 

© slicer / PIXELIO

Tageslicht wird – so weit es nicht blendet – bei der Raumbeleuchtung durch-gängig positiv empfunden und bildet damit auch einen gewissen Qualitäts-massstab. Über einfache Fenster hinausgehend stehen heute auch Systeme zur Lichtlenkung zur Verfügung, die entweder:
  • das einfallende Licht so ablenken, dass Blendwirkung ausbleibt, aber über Reflexion an hellen Deckenflächen ausreichende Beleuchtungsstärke erreicht wird
  • Licht in Bereiche transportieren, die keine direkte Anbindung an eine transparente Fassade oder Dachfläche haben
Häufiger als diese Methoden wird freilich "Kunstlicht" eingesetzt, um im Raum ausreichende Helligkeiten (Beleuchtungsstärken) zu erreichen.

Der Abschied von der Glühlampe ist umstritten, da sie eine Lichtfarbe und spektrale Zusammensetzung liefert, die von anderen Kunstlichtquellen so nicht erreicht wird. Diese Qualität wird allerdings mit einer extrem schlechten Effizienz der Umwandlung von elektrischer Energie erkauft. Im Wesentlichen ist eine Glühlampe eben Elektroheizung.

Alternativ stehen zur elektrischen Beleuchtung Entladungslampen und Leuchtdioden zur Verfügung. Beide Systeme haben sich in ihren bisherigen Haupt-Einsatzbereichen wegen der erheblich besseren Effizienz – also ihrem Energiespar-Potenzial – längst durchgesetzt:
Entladungslampen in der Strassen-, Büro- und Hallenbeleuchtung, Dioden (LED) in Stirn- und Handleuchten, Fahrradbeleuchtung etc.


Richtig "umkämpft" ist lediglich der Bereich Haushaltsbeleuchtung, wo die Glühlampe bisher hauptsächlich von Entladungslampen mit dem unglücklich gewählten Namen "Energiesparlampen" Konkurrenz hat. Diese stehen heute in allen denkbaren Lichtfarben und mit elektronischen Vorschaltgeräten – ohne sichtbares Flimmern und ohne Flackerstart – zur Verfügung. Während in den Geschichten vom höheren Energieverbrauch bei kurzen Schaltintervallen und bedrohlich hohem Quecksilbergehalt noch nie viel Wahrheit steckte, ist es zutreffend, dass die "Tageslicht-ähnliche" spektrale Zusammensetzung des Wärmestrahlers Glühlampe von Entladungslampen nicht erreicht wird.
"Tageslicht-ähnlich" meint im Wesentlichen, dass in einem Diagramm aus Wellenlängen-Bereichen und den je Wellenlängen-Bereich auftretenden Strahlungs-Intensitäten bei Wärmestrahlern keine schroffen Sprünge vorkommen, das Spektrum also "kontinuierlich" ist.


Dem kann man entgegenhalten, dass Glühlampenlicht andererseits eine gegenüber Sonnenlicht stark nach rot hin verschobene Verteilung zeigt und zwischen dem Licht bei klarem Himmel und dem bewölkter Tage auch erhebliche Unterschiede bestehen, die zum Beispiel beim Weissabgleich von Kameras berücksichtigt werden. So gesehen gibt es keine einheitliche "Tageslicht-Qualität".

Heute übliche Drei-Banden-Lampen und speziell "Vollspektrum-Röhren" (auch die neuen "Birnen" sind Röhren) nähern sich den Spektren der Tagslichtsituationen allmählich an. Aus meiner Sicht ist es ratsam, ausschliesslich elektronische Vorschaltgeräte zu verwenden, die weniger elektromagnetische Strahlung abgeben, das Quecksilber in fester Form (Amalgam) einzusetzen und auf das verbeserete Spektrum zu achten, wenn die Beleuchtung über lange Zeit betrieben wird. Das macht sich freilich im Anschaffungspreis bemerkbar, der erheblich über dem der Billigprodukte liegt. So viel sollte die ergonomische Qualität, die dadurch erreicht werden kann, wert sein.

Die Zeit der Dioden (LED) kommt sowohl im Bereich Strassenbeleuchtung als auch für die Wohnraumbeleuchtung. In der Effizienz (Lichtausbeute) haben sie annähernd zu den Entladungslampen aufgeschlossen, beim Lichtstrom (der optischen Leistung, also "Helligkeit") steht der letzte Schritt bevor. Bei den Lichtfarben sind die Dioden sehr flexibel (es kann z.B. Licht additiv aus Grundfarben gemischt werden). Auch an sie sollte die Anforderung gestellt werden, dass sie ein Licht liefern, das natürlichem Licht ähnelt.

Ausser den Leuchtmitteln (Lampen) haben auch die Leuchten mit Reflektoren, Rastern, Abdeckungen erheblichen Einfluss auf die Effizienz der Beleuchtung. Sie beinhalten auch Vorschaltgeräte (bei LED sind "Treiber" und Diode quasi eine Einheit). Bei Modernisierungen sind unter Berücksichtigung all dieser Komponenten selbst dann oft 50% Energie einzusparen, wenn schon Entladungslampen im Einsatz waren. Gegenüber Glühlampen-Leuchten können die Einsparungen noch erheblich höher sein.

Wie bei der Heizung gewinnt auch bei der Beleuchtung die Steuerung und Regelung an Bedeutung, wenn die Effizienz gesteigert wird. Da Menschen anscheinend der natürliche Trieb zum Ausschalten fehlt, werden zunehmend Präsenzmelder eingesetzt. Tageslicht-Regelungen halten die Gesamt-Beleuchtungsstärke stabil, wenn wechselnde Mengen an natürlichem Licht einfallen.

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